Mittwoch, 21. November 2007

Ein schneebedeckter Fujiyama

Erste Besichtigung des Tages war das Gegenstück des gestrigen Schreins. Gestern war es der Niedere Schrein und jetzt fuhren wir zum „Oberen Schrein“.
Sein eigentlicher Name ist Kami-sha. Er befindet sich in der Stadt Suwa. Ursprünglich gab es zehn Tempel um ihn herum, neun davon wurden im Zuge des Shinbutsu-Bunri zerstört. Er besteht aus zwei Teilen, dem hongū bzw. hon-miya mit Take-mi-nakata als einzigem Kami (der honden wird jukken-rō genannt) und dem mae-miya (auch zengū, mit Yasaka-tome als Kami; in dessen Uchi-mitama-den wird das nigi-mitama des Kami im honden verehrt).
Seitlich dieses Schreins ist eine Anlage, direkt für mich angelegt. Da gab es nämlich einen Sumoring. Daneben ein Denkmal des Raiden Tameimon (Donnerschalg). Das war mal ein Sumoringer und er gilt bis heute als der erfolgreichste obwohl er nie Yokozuna wurde. Raiden hatte im Laufe der Jahre 28 der bestrittenen 35 Turniere gewonnen, davon sieben ohne eigene Niederlage oder Unentschieden. Seinen 254 gewonnenen Begegnungen standen nur zehn Niederlagen gegenüber. Das entspricht einer Erfolgsrate von 96,2%. Raiden konnte elf Turniere hintereinander und 44 Kämpfe in Serie für sich entscheiden. Das war allerdings alles im 19. Jahrhundert.

Von Suwa zogen wir nun weiter. Unser Mittagessen mussten wir uns heute jedoch selber zubereiten. Wir lernten, wie man Sobanudeln herstellt. Das sind Buchweizennudeln (80% Buchweizenmehl, 20% Weizenmehl). Ein echtes Erlebnis. Wir wurden dazu in Gruppen geteilt, bekamen die Anleitung einer Küchenfrau und mussten selbst mit Hand anlegen. Aber da schmeckt es doch auch gleich doppelt so gut. Die fertigen Nudeln wurden quasi sofort gekocht und auch gleich verspeist..... wenn das nicht frisch ist!

Und nun weiter zum Fuji. Nun gut. Hier beginnt also nun der Teil der Reise, den ich eigentlich von meinem letzten Japanbesuch her kenne. Wiederholen möchte ich mich nicht. Wer mehr erfahren will, kann meinen Reisebericht aus dem letzten Jahr lesen.
Nun ja. Irgendwie kann mich der Fuji nicht leiden. Letztes Jahr hat er sich schon in Wolken gehüllt und auch diesmal wollte er nicht so richtig. Dabei gab es diesmal mehr zu sehen, als letztes Jahr. Schließlich schmückt er sich auf seinen 3776 m mit Schnee. Da die 5. Station bei 2340 Höhenmetern direkt in den Wolken lag, konnte man absolut nix sehen. Also schaute ich mir den kleinen Shintoschrein an, der zwischen den vier (!!!) Souvenirläden liegt. Als ich wieder zurück kam, hat sich die Wolkendecke doch für ca. 2 Minuten aufgezogen und wir konnten doch noch jeder ein Foto schießen. Leider haben wir die fünf Seen, die rund um den Fuji liegen, nicht gesehen. Am Fuß des Fuji liegt noch ein echter Urwald (so nannte es die Reiseleitung). Der wäre wohl so undurchdringlich, dass sich jeder, der dort eindringt, verläuft. Trotzdem ist ein Teil des Waldes vom nahe gelegenen Militärstandort zum Übungsplatz umfunktioniert worden.

Vom Fuji sind wir dann noch nach Hakone rüber gefahren. Das ist ein sehr bekanntes Thermalbad. Leider lag unser Hotel wieder mal voll in der Pampa. Also keine Möglichkeit durch die Stadt zu stromern. Stattdessen hielten wir unterwegs an einem Supermarkt um unser Abendessen einzukaufen.

Das Hotel war eigentlich ganz ok. Bis auf......
Eigentlich wollte ich ja meinen Reisebericht weiter schreiben. Aber das Hotel hatte nur einen Computer mit Internetanschluss und der war gerade besetzt. Also dachte ich, versuchst es in einer Stunde noch mal. Fehlentscheidung. Als ich wieder runter kam, war der Computer gerade abgestürzt und ein netter junger Mann machte mir mit einem freundlichen „Ich warte gerade auf den Computer“ klar, dass ich ihn jetzt nicht nutzen darf. Außerdem wartete noch jemand darauf. Eine Stunde später und nach einem genüsslichem Bad konnte ich mich dann nicht noch mal durchringen runter in die kalte Lobby zu gehen.
Und dann profitierte ich von 9 bis 11.30 Uhr noch von einem begeisterten Karaokesänger. Fast jedes unserer Hotels war mit mindestens einer Karaokebox ausgestattet. Nur diese hier lag genau in der zweiten Etage unter meinem Fenster. Ich weiß nicht wieso, aber die Lautstärke war so blöde gerichtet, dass ich nur das Gejaule hörte, aber nicht die Musik dazu. Und das Ganze noch auf Japanisch bitte schön. Zum Glück ging das nicht die ganze Nacht!
Na dann Gute Nacht!

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