Mittwoch, 14. November 2007

Die japanischen Alpen

Kyoto ade .. .. Alpen wir kommen...

Heute morgen gegen 8 Uhr hies es Abfahrt. Mit dem Taxi ging es zum Bahnhof von Kyoto. Und dort nahmen wir ganz puenktlich den Bullet Train "Shinkansen" in Richtung Tokyo nach Nagoya. Also erstaunlich und faszinierend ist das Ding ja schon, auch wenn es eigentlich nix anderes ist, als ein ICE.

Ich hatte Angst unsere Reiseleitung bekommt einen Herzinfarkt, weil der Zug nur eine Minute lang haelt und in dieser Zeit alle Passagiere im Zug sein muessen. Sie hatte wohl Angst, das wir das nicht schaffen. War ja aber auch ungewoehnlich. Die Zuege halten in Japan ja millimetergenau an den dafuer auf dem Bahnsteig vorgezeichneteten Stellen. Daher stellen sich alle Japaner fein saeuberlich vor Eintreffen des Zuges in einer Reihe dort an, wo sich die Tueren spaeter oeffnen werden. Die Deutschen standen wild schnatternd im Pulk und voellig desorganisiert. Wir haben es aber gesachfft, alle problemlos in den Zug zu kommen und waren 40 min spaeter in Nagoya. Dort nahmen wir den normalen Zug, den "Hida Express", durch die Anfaenge der japanischen Alpen entlang des Flusses Hida.
Gegen 12.15 Uhr (mit Verspaetung!!!) kamen wir in Takayama an. Das liegt in Zentraljapan und wurde einmal "Klein-Kyoto" getauft. Die Altstadt ist hier naemlich noch sehr gut erhalten und zeigt uns eine Lebende Version des alten Kyotos. Die Handwerker von Takayama haben alle ihr Handwerk in Kyoto gerlernt und wenn sie zurueck kamen, die Stadt Takayama wie Kyoto gestaltet. Spaeter wurde die Stadt dann als "Freie Stadt" verwaltet. Sie war reich. Es gab hier viele Minen und Forstwirtschaft. Die Bewohner, wenn sie nicht Handwerker (Holzverarbeitung) waren, verdienten ihren Lebensunterhalt mit Handel. Daher gehoerte die Stadt auch zu keinem Shogunat sondern wurde direkt von der Hauptstadt aus regiert. So konnte der Kaiser groessere Menge an Guetern von Takayama beziehen.

Nach einer kurzen Mittagspause in einer lokalen Kneipe (wir waren der Hit in dem Kabuff. 4 Europaer, die Soba-Nudeln essen!) ging es zur Besichtigung.

Ein kurzer Stopp im Hida-Kokubunji-Tempel. Da gibt es nicht sehr viel zu sehen. Eine dreistoeckige Pagode ist dort. Daneben ein 1200 Jahre (!!!) alter Ginkobaum. Das Hauptgebaeude des Tempels ist wohl das aelteste Gebaeude Takayamas.

Danach gingen wir ins Takayama Matsuri Yatai Kaikan & Nikko Kan. Also im Fruehling und Herbst gibt es wohl eine grosse Prozession durch Takayama. Dabei werden 11 Festwagen, die eigens dafuer hergesetellt sind, durch die Stadt gezogen. Das besondere, die Wagen sind bestimmt 5-6 m hoch. 5 davon stehen in einem kleinen Museum, wo wir durchgescheucht wurden.
Witzig war noch ein tragbarer Schrein, der dort auch ausgestellt war. Der wiegt 2,5 Tonnen und man braucht wohl 40 gleich grosse Maenner, die ihn durch die Stadt tragen. Also mindestens 80, denn der Schrein muss ja auch zurueck ins Museum getragen werden. Die Sitte wurde 1959 das letzte Mal durchgefuehrt. Wahrscheinlich haben sie nicht genug starke Maenner fuer das Teil.
Es folgte noch ein kurzer Rundgang durch ein Nikko-Museum. Dort ist ein Modell in 1:10 von der gesamten Tempelanlage Nikkos zu sehen. Das Original sehen wir naechsten Montag.

Es folgte der Besuch einer der hier zahlreich ansaessigen Sake-Brauereien mit Verkostung und danach konnten wir noch eine Stunde durch die Altsadt flanieren.

Gegen 6 Uhr gab es schon Abendessen, aber das war ganz besonders lecker. Wir haben Kobe-Rindfleisch (da kosten 100 g um die 3000 Yen - ohne Scherz ...[das sind ca 18 €...Anm. von Peter]) ueber einer Art offener Grill, der in der Mitte des Tisches eingelassen war, gerillt. Das Rindfleisch ist mehr als fettig. Bei uns bekommt man ja nur mageres Fleisch zu kaufen. Das Fleisch hier ist weiss marmoriert und von Fett durchzogen. Auf dem Grill einfach nur lecker.

Und dann sind wir auch schon ins Hotel gefahren. Das liegt am Rande der Alpen mit Panaoramablick auf die Bergspitzen. na ich bin ja gespannt ob ich was sehe, wenn ich morgen frueh aufstehe.

Alles in allem ein eher unspektakulaerer Tag. Mal sehen, wie es morgen weiter geht.

Viele Gruesse an alle, in nicht mal einer Woche bin ich wieder da.

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