Hallo allerseits, da bin ich wieder um euch berichten. Da ich gestern nicht schreiben konnte, hier der Bericht zunaechst vom Samstag.
Erwaehnen moechte ich, dass ich am Samstag beim Fruehstueck das erste Mal Kaese auf den Fruehstuecksbuffett gefunden habe. Yey, dachte ich, da musste du sofort zuschlagen. Das tat ich auch. Leider musste ich feststellen, dass dieser "Camembert" zwar einem franzoesischen Camembert fast aehnlich sieht, leider steht es mit dem Geschmack nicht so. Es feht jeglisches Fett, Aroma und zuletzt habe ich mich sogar gefragt, ob dieser Kaese ueberhaupt aus Kuhmilch hergestellt wurde! Japaner koennen ja angeblich Lakotose nicht verdauen. Daher wuerde es mich nicht wundern, wenn sie den Kaese aus irgendetwas anderem herstellen wuerden. Vielleicht aus Soja? Alle anderen Speisen haben jedenfalls irgendwie immer damit zu tun.....
Wir haben dann unsere fahrt zum Kojasan gestartet. Auf der Spitze dieses Berges hat der Kobodaishi 819 ein Kloster gebaut und die Shingon-Schule gegruendet.
Es handelt sich dabei um einen buddhistischen Orden. Daneben befinden sich allerlei Tempel (insgesamt 117 Stueck). Das kommt daher, dass frueher Politiker oder Samurai, wenn sie sich aus dem Dienst zurueckzogen oft Tempel bei einer Buddhistischen Schule gruendeten.
Auf dem Berg angekommen gingen wir erstmal auf einer riesigen Friedhofsanlage spazieren. Dort befinden sich ueber 20.000 Graeber und Gedenkstaetten, die von den einzelnen Tempeln verwaltet und betreut werden. Darunetr gibt es wahnsinnig grosse und kleine Graeber und Gedenkstaetten. Eine Raketenfirma hat zum Beispiel als Gedenkstein eine Rakete (fuer die Firmenangestellten), Nissan hat ebenfalls so etwas. Die Kaffeeautomatenfirma schmueckt die Gedenkstaette mit zwei riesigen Kaffeetassen. Dazwischen findet mal Kuppelgraeber von Koreanern, Priestergraeber und an einer Stelle sogar ein Sammelgrab (da wird eine kleine Statuette aufgestellt, wenn die Graeber nach 50 oder mehr Jahren abgeraeumt werden).
Am Ende des Friedhofs kommt man dann an einem Mausoleum an. Davor stehen viele buddhistische Goetterfiguren, denen die Pilger dann huldigen. Sie spenden einen Betrag X und dann spritzen sie die Figuren mit Wasser nass.... das ist jedenfalls das, was ich beobachtet habe, aber da ich nicht buddhistisch bin, kann ich nicht mehr dazu sagen.
Dahinter ist also das Mausoleum, wo der Kobodaishi begraben liegt und dort wird kraeftig und aus lauter Kehle gebetet.
Nach Friedhof und Mausoleum besuchten wir noch das ehemalige Verwaltungsgebaeude Kongobuji. Sehenswert schon von aussen, da sich auf dem Dach grosse Wasserbehaelter befinden. Die sollen das Gebaeude symbolisch vor Feuer schuetzen. In den Raeumen kann man die Wandmalereien bewundern und eine Teestube besuchen.
Danach ging es dann zu unserer Herberge. Wider Erwarten habe ich sogar ein Einzelzimmer bekommen. Das lag wohl daran, dass in dieser Nacht nur unser Reisebus dort uebernachtete. Allerdings ist diese Herberge nun typisch japanisch. Das heisst zunaechst.... Schuhe aus. Es wird nur in Pantoffeln durchs Haus gezogen und als erstes muss man Strassenkleidung ablegen und in eine Yukata schluepfen. Die sind natuerlich Einheitsgroesse und mir viel zu gross. Dann hab ich das gute Stueck auch noch falsch herum gewickelt und man sagte mir, dass ich dadurch nun fuer eine Totenwache angezogen sei......
In der Herberge ist es ziemlich feucht und muffig. Das einzige Moebel im Zimmer ist ein 20 cm hoher Tisch mit Heizdecke unter den man seine Beine strecken kann, wenn man daran sitzt. Geschlafen wird auf einem Futon und einem Kopfkissen gefuellt mit Schalen von Buchweizen. Das Ganze liegt auf den Tatamis also quasi auf dem Boden.
Bevor wir aber zu Bett gehen, gibt es ein gemeinsames Abendessen (natuerlich vegetarisch), aber das war ganz gut. Jedenfalls habe ich fast alles gegessen. Da dann alle sich schon in die Zimmer zurueck gezogen haben, ich aber in dieses kalte Bett nicht gehen wollte, habe ich mich mit Stephan aus der Gruppe bis ca halb zwoelf ueber Gott und die Welt unterhalten.
Dann hab ich mich doch ins Bett gequaelt hab aber schrecklich geschlafen.
Und ich musste in dieser Herberge feststellen, dass auch die Japaner Plumsklos haben! Auf japanisch halt.... ich glaub, das ist noch ne Spur schaerfer als deutsche Plumsklos.....
Und damit folgt nun der Bericht vom Sonntag......
Sonntag, 11. November 2007
おげんきですか?
Eingestellt von
Tini
um
13:06
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