Heute Morgen wurde ich gegen sechs Uhr geweckt.... nein, nicht von einem Hahn, sondern von einem Gong (!) der bestimmt fuenf Minuten lang ueber den Hof hallte. Das hies "aufstehen, kaltes Wasser, waschen, anziehen und ab zur Gebetsstunde".
Wir kamen also in den Genuss einer buddhistischen Gebetsstunde. Zunaechst mal hinknien (uebrigens auch beim essen. Das tut mit der Zeit ganz schoen in den Gelenken weh! Generell gibt es in solchen Klostern oder Tempeln keine Stuehle) und dann lasen ein Abt und ein Moench Sutras vor.... oder so was. Das hoert sich fuer unsere Ohren eher wie ein monotones Singen an. Am Ende durften wir dann den Moenchen noch Fragen stellen.
Anschliessend Fruehstueck... auch vegetarisch.... Reis, Noriblaetter, Tofu, eingelegtes Gemuese, eingelegte Pflaumen (in Essig und Salz eingelegt.... ist bedonders eklig!) und lauter so nen Kram. Quasi zum abgewoehnen. Vor allem morgens halb sieben!
Und nach dem Fruehstueck gings auch schon weiter. Der fruehe Aufbruch lag auch daran, dass unsere Zimmer schon fast wieder geraeumt waren... Laken waren schon abgezogen und die Yukatas schon weggeraeumt. Also ab, die Schuhe schnell noch angezogen und gleich den naechsten Kaelteschock abgefangen... die Schuhe standen naemlich die ganze Nacht draussen (es gibt keine verschliessbare Haustuere!) und ab in den Bus.... da kam dann der Waermeschock...... und die Serpentinen und das Fruehstueck und schon wurde mir schlecht.
Nach einer Stunde fuhren wir auf einen Rastplatz. Da gab es dann erstmal einen Kaffee (juhuu) und eine Leckerei aus Suesskartoffeln (schmeckt fast wie Marzipan) und dann ging es weiter nach Nara.
Erste Station der Hiryuji-Tempel... es kam mir vor wie der 100ste, den wir anschauen. Aber dieser hier hat doch etwas Besonderes.
Er zeahlt zum Weltkulturerbe, weil es das aelteste Holzgebaeude auf der Welt ist. er stammt aus dem 7. Jahrhundert. In der Gebetshalle sind viele buddhistische Figuren zu sehen. Daneben eine 5stoeckige Pagode. Insegsamt gehoeren 55 Gebaeude zur Tempelanlage. Der Stil der Anlage ist recht gemischt. Kenner erkennen sowohl chinesische, perische und sogar griechische Elemente.... wie gesagt, die Kenner....
Gebaut wurde das Ganze von Prinz Shotokan, der in der Halle der Visionen (Bekannt weil sie erstmals in Japan ein 8eckiges Dach hatte und mystisch (???) sein soll) erleucht worden sein soll.
Zweite Station.... noch n Tempel, wie schoen. Diesmal der Todaiji.
Dieser wurde 752 fertiggestellt und verschlang beim Bau 1/5 des damaligen Landesvermoegens. Der Tempel wurde mehrmals zerstoert, weil er den regierenden Adelsfamilien zuviel Macht wegnahm. Daher wurde der Tempel mehrmals angezuendet. Das jetzige Gebaeude steht so seit 1692. In dem Tempel steht natuerlich eine Buddhafigur... aber nicht irgendeine, sondern die Groesste ueberhaupt. 15 m hoch (alleine ein Ohr ist 3 m lang).
Am Eingang des Tempels ist ein 25 m hohes Tor mit zwei grimmigen Tempelwaechtern. Jede dieser Figuren ist schon ueber 8 m hoch, aus Holz und soll so genial geschnitzt sein, so dass sie oft als Vorbild fuer andere Tempelwaechterfiguren genutzt worden.
Am Temepl selbst , unter einem Vordach gibt es so eine Art Fenster. Das wird wohl jedes Mal zum Neujahr geoeffnet, damit die Menschenmenge, den Buddha auch von aussen sieht. Die einzelnen Koerperteile des Buddha sind zum Teil aus unterschiedlichen Perioden, je nachdem, wie weit er bei den Brandstiftungen des Adels zerstoert wurde. Auf seiner flachen Hand koennten theoretisch 15 Personen stehen (aber nur Japaner!). Goldene Fischschwaenze auf dem Dach des Tempels sollen vor Feuer schuetzen.
Danach sind wir noch zu einem Nebengebaeude gelaufen von wo aus wir einen super Ausblick ueber die Anlage hatten.
Dritte Station..... ratet mal...... nee aetsch, kein Tempel, dafuer ein Schrein. Und zwar der Kasuga taisha Schrein. Der ist so bekannt, weil es in der gesamten Anlage ueber 3000 Stein- und Haengelaternen gibt.
Und man stelle sich vor, am 15.8. zum Feuerfest werden alle oder zunmindest ein Grossteil erleuchtet. Vor dem Schrein ist ein eingezaeunter Stein (oder Wurzel?). Die Gottheiten aller Shintoschreine verlassen jedes Jahr im September ihre Heimat um nach Takamatsu zu reisen. Dort treffen sie sich alle. Nach diesem Treffen kehren sie in ihren jeweiligen Schrein zurueck. Natuerlich brauchen sie einen Landeplatz, wenn sie vom Himmel herabsteiegen. Und bei diesem Schrein befindet er sich also vor dem Gebetshaus.
In ganz Nara sieht man ueberall Rehe und Hirsch (ist ein shintoistisches heiliges Tier)... natuerlich der Jux fuer Touries, die sie alle fuettern muessen. urspruenglich wurde in dem Wald ein weisses Reh gefunden und an dieser Stelle dann der Kasuga taisha Schrein erbaut.... hey Moment mal, in Oberlungwitz gibt es auch n weisses Reh. Kriegen wir dann jetzt auch so einen Schrein??????
Dann war es auch schon 5 Uhr und wir fuhren nun nach Kyoto, wo wir die naechsten drei Naechte bleiben. Auf der Fahrt schauten wir Sumo (das neue Turnier (Kyushu Basho) hat heute angefangen ) und ich musste kommentieren.
Was soll ich sagen, Asashoryu ist immer noch wegen Regelbruch gesperrt, Kotooshu hat gewonnen und der amtierende Yokozuna Hakuho hat gegen Kotoshogiku verloren. Ein huebscher Auftakt zum ersten Tag.
Ich geh jetzt in die Wanne und dann ins Bett. Endlich duschen und richtig schlafen.....
Und ich freu mich auf ein Schnitzel und Nudeln, wenn ich wieder zu Hause bin. Mittlerweile bin ich so ziemlich vom japanischen Essen geheilt.
Bis spaeter
Mata aimasho
またあいましょう
Sonntag, 11. November 2007
Nara - はい、げんきです。
Eingestellt von
Tini
um
13:35
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