Mittwoch, 6. Februar 2008

Schnee und Eis zum Festival

So, der zweite Tag beginnt nach einer sehr unruhigen Nacht. Eigentlich war ich gestern Abend ja ziemlich müde und bin erstmal ins Bett gefallen. Aber gegen eins konnte ich dann irgendwie nicht mehr schlafen. Erst war es zu warm, dann hab ich das Fenster aufgemacht und dann war es wieder zu kalt. Gegen sechs Uhr bin ich dann wieder eingeschlafen und habe mich gegen halb neun aus dem Bett gequält... der Jetlag eben...
Beim Frühstück kam dann die erste Freude auf... juhu, das japanische Essen hat mich wieder eingeholt. Mal ehrlich, dieses Hotel nennt sich "International Hotel", aber ehrlich gesagt (das ist jetzt keine Beschwerde sondern nur ein Feststellung!!) an diesem Hotel ist nix international. Das Personal spricht nur japanisch und das Fruehstueck ist auch japanisch! Das heisst: Fisch und Reis mit Stäbchen... naja, es gibt wenigstens Kaffee....
Gegen zehn Uhr bin ich dann in den Zug Richtung Sapporo gestiegen. Und ich habe sogar den richtigen erwischt. War zwar ein Bummelzug, de an jedem Bahnhof hält, aber mich drängelt ja niemand. Ca 45 min spaeter bin ich in Sapporo angekommen. Obwohl.... eigentlich sieht es hier aus, wie in Amerika, breite Strassen, Hochhäuser, Reklame....man merkt hier deutlich, dass Hakkaido erst mit der Meiji Restauration gegen 1900 intensiv bevölkert wurde. Und um Sapporo aufzubauen haben sich die Japaner amerikanische Architekten und Stadtplaner geholt. Und so sieht auch das Ergebnis aus. Nun ja, wenigstens ist hier was los.
Erste Station, der Odori Park. Hier findet schliesslich das Festival statt. Und so bin ich denn drei Stunden im Park auf und ab gewandert und habe mir die Skulpturen angeschaut. An einigen wird noch gearbeitet aber die grossen Bühnen fuer die Shows, die sind schon fertig. Genial, es gibt so viel zu sehen. Eine der grössten Bühnen zeigt eine Pyramide aus Gizeh und die Pharaonen. Ein Schloss ist auch wieder aufgebaut worden. Daneben kleinere Skulpturen jeder Art. Und es findet noch ein internationaler Wettbewerb von Schneeskulpturen statt. Die sind leider noch nicht fertig. Es wurde heftig gearbeitet und da kann man zuschauen, wie so ein Skulptur entsteht... oder auch zerfällt. Die thailändische Mannschaft zauberte nämlich zwei Elefanten. Dem einen fiel aber ein Stosszahn heute ab. Vielleicht eisen sie den wieder an.
Was gibt es noch? Hab ein wenig an der Eisbahn geschaut. Also keine große Bahn. Vielleicht hundert Quadratmeter groß und in der Mitte ist ein großer Weihnachtsbaum (ja die Weihnachtsbeleuchtung steht hier auch nach Weihnachten und der Lichtmess noch). Das war zum todlachen, denn von den Japanern konnte kein einziger laufen. Ich wollte eigentlich auch mal laufen, aber eine Stunde Wartezeit wollte ich mir dann doch nicht antun. Am hinteren Teil des Parks steht der Sapporo TV Tower. Voellig unspektakulär. Am anderen Ende des Parks hat man eine Snowboard-Schanze aufgebaut und da hab ich eine Weile beim Wettbewerb zugeschaut. Snowboard Freestyle. Also ehrlich, ich würde mich hier nicht hinunter trauen. Von hier aus sieht man uebrigens auch die Sapporo Skischanze. Dann wurde ich von einer Horde Schulkinder interviewt, die wohl den Auftrag hatten, Konversation zu üben. Witzig.
Das Schönste waren wohl die Eisskulpturen, die man aber irgendwie bei Tageslicht nicht richtig zu erkennen bekommt. Ich werde daher wohl mal Abends in die Stadt fahren und die beleuchteten Skulpturen bewundern. Da kommen dann sicher die Details ganz anders raus.

Vom Odori Park bin ich dann noch etwas weiter getrottet. Vorbei am Nijo Fisch Markt. Da gibt es lauter (ich glaube das sind) Seespinnen. Sieht aus wie ein Krebs, aber eben mit acht Beinen und ohne Scheren, und bei einigen ist der Körper so groß, wie mein Kopf. das scheint eine Spezialitaet von hier zu sein.



Von dort, bin ich zum Sapporo Factory Center gelaufen (Einkaufszentrum) und zurueck zum Wahrzeichen der Stadt... dem Uhrturm. Voellig unspektakulär. Ist gegen 1878 im amerikanischen Stil erbaut und war wohl mal eine Schule. Dann bin ich zum ehemaligen Regierungssitz von Hokkaido gelaufen. Das ist ein schönes altes Gebaeude aus rotem Backstein aus dem Jahre 1888.
Und dann zurueck zum Bahnhof mit dem JR Tower. Dort muss es eine Aussichtsplattform geben, auf die ich auch noch hoch will. Aber fuer heute hat mir die Lauferei gereicht, daher ab zum Zug und gegen halb acht war ich dann wieder im Hotel.
Die Lauferei allein waere nicht so schlimm gewesen, aber es ist ganz schön kalt. Und daher verstehe ich die Japanerinnen nicht. Die rennen hier mit Sommerröckchen herum. Dazu ein dicker Schal und eine Pudelmütze. Oder sie haben hochhackige Sommerpumps an, darin dicke Wollkniestrümpfe und ein Röckchen. Manche haben nicht mal Strümpfe an, oder nur Overknees in den dünnen Pfennigabsätzen-Sommerstiefeletten. Es scheint, als ist dem Wahnsinn des schlechten Modegeschmacks nichts schrecklich genug. Die besten der "schlechten" Bespiele habe ich wie immer im Foto festgehalten. das glaubt einem sonst sowieso keiner!. Bei minus 8 Grad ohne Strümpfe im Rock... man fasst es nicht. Und dann rennen sie (wenn man dieses Gehüpfe so nennen kann) schnell weiter, weil es kalt ist.
Irgendwie find ich sie ja knuffig, diese putzigen Japaner. Entweder, die haben schon eine Dauergrippe, oder bessere Abwehrkräfte als die Europäer. Wer weiss, was die von mir gedacht haben. Ich sah mit meiner Mütze bestimmt auch lustig aus. Wenigstens will ich mir keinen Schnupfen holen.
Soo, jetzt mach ich hier Schluss und gehe rauf ins Zimmer. Noch ein heißes Bad um den Rest meiner Gliedmaßen wieder zu spüren und dann ins Bett. Aber erst muss ich noch entscheiden, welches Ziel ich morgen in Angriff nehme.


In diesem Sinne...
Bis morgen

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